Eine durchschnittliche Matratze enthält nach 7 Jahren ca. 100.000 Hausstaubmilben. Zum Problem werden aber nicht die Tiere selbst, sondern ihr Kot und ihre Hautschuppen mit dem Allergen Der-p1. Akarizide töten Milben. Der Allergen-Pool bleibt unverändert. Allergen Spray p1 baut ihn mikrobiologisch ab, bis zu 93 % Reduktion in 2-4 Wochen.
| Lebenszeit Matratze | Milbenkot-Belastung (Der-p1) | Wirkung auf Allergiker |
|---|---|---|
| 1-2 Jahre | 2-5 µg/g Hausstaub | Schwellenwert leicht überschritten |
| 3-5 Jahre | 5-15 µg/g | Symptome bei Allergikern wahrscheinlich |
| 7+ Jahre | 15-50 µg/g | Sensibilisierungs-Risiko auch für Nicht-Allergiker |
Schwellenwert nach WHO: ab 2 µg/g treten Symptome bei Sensibilisierten auf, ab 10 µg/g ist auch Neu-Sensibilisierung wahrscheinlich.
Hausstaubmilben ernähren sich von menschlichen Hautschuppen, und nirgendwo in der Wohnung fallen davon so viel an einem Ort an wie im Bett. Ein Erwachsener verliert über Nacht mehrere Gramm Hautschuppen, die durch den Matratzenbezug in die Füllung wandern. Dort herrschen zugleich die Bedingungen, die Milben zur Vermehrung brauchen: Körperwärme hält die Temperatur über Nacht angenehm warm, und Schweiß erhöht die Luftfeuchtigkeit lokal auf ein Niveau, das die Milben begünstigt. Die Kombination aus Nahrungsangebot, Wärme und Feuchte macht die Matratze zum idealen Lebensraum, während andere Möbelstücke ohne diese drei Faktoren gemeinsam deutlich weniger besiedelt werden.
Milbenkot ist extrem leicht und zerfällt beim Trocknen zu feinem Staub, der beim Aufschütteln des Bettzeugs oder Hinlegen aufgewirbelt wird und über Stunden in der Raumluft schweben kann. Weil jede Milbengeneration neuen Kot produziert und ältere Bezüge mehr Poren und Risse für die Wanderung der Allergene ins Matratzeninnere bieten, steigt die Belastung nicht linear, sondern beschleunigt sich mit dem Alter der Matratze. Das erklärt, warum bei alten Matratzen selbst gründliches Staubsaugen der Oberfläche kaum noch ausreicht: Der Großteil des Allergen-Reservoirs sitzt in tieferen Schichten, die ein Staubsauger nicht erreicht.
Häufig taucht die Frage auf, ob eine stark belastete Matratze nicht einfach ersetzt werden sollte, statt sie zu behandeln. Eine neue Matratze startet zwar mit einem niedrigen Allergen-Niveau, baut aber ohne begleitende Pflege innerhalb weniger Jahre wieder ein vergleichbares Reservoir auf, da die Ursache, also fortlaufender Hautschuppen-Eintrag bei gleichzeitiger Wärme und Feuchtigkeit, unverändert bleibt. Ein Neukauf verschiebt das Problem also eher, als es zu lösen, wenn nicht gleichzeitig Encasing und regelmäßige Allergen-Reduktion eingeführt werden. Wirtschaftlich und praktisch ist es für die meisten Haushalte sinnvoller, eine bestehende, strukturell noch intakte Matratze konsequent zu pflegen, statt allein auf den Neukauf zu setzen.
Ein oft übersehener Faktor ist die Belastung von Matratzen, die nicht dauerhaft im eigenen Zuhause genutzt werden, etwa in Ferienwohnungen, Hotels oder Gästezimmern. Dort fehlt häufig eine regelmäßige Pflegeroutine, da niemand dauerhaft für die Reinigung verantwortlich fühlt, während gleichzeitig wechselnde Nutzer für einen fortlaufenden Hautschuppen-Eintrag sorgen. Wer als Allergiker viel reist oder ein Gästezimmer regelmäßig vermietet, sollte diese Matratzen in dieselbe Pflegeroutine wie das eigene Bett einbeziehen, statt sie als nachrangig zu behandeln. Gerade bei kurzfristig genutzten Betten ist die Kombination aus Encasing und einer gelegentlichen Sprühbehandlung eine praktikable Lösung, ohne einen aufwendigen Reinigungsplan etablieren zu müssen.
Die Matratze ist zwar das größte Allergen-Reservoir im Schlafzimmer, aber nicht das einzige. Kissen, Bettdecken, Kuscheltiere auf dem Bett und der Teppich unter dem Bettgestell tragen ebenfalls zur Gesamtbelastung bei, insbesondere wenn sie selten gewaschen oder gereinigt werden. Wer die Matratze konsequent behandelt, aber Kopfkissen jahrelang unbehandelt lässt, wird trotzdem weiterhin Symptome erleben, weil die Nase den direkten Kontakt zum Kissen hat. Kissen lassen sich meist bei 60 °C waschen, was Encasing und Spray-Anwendung dort ersetzt. Bei Kuscheltieren, die nicht waschbar sind, bietet sich dieselbe Sprühbehandlung an wie bei der Matratzenoberfläche, da auch diese von der enzymatischen Wirkung profitieren.
Allergen-dichter Bezug. Stoppt Migration neuer Allergene aus der Matratze. Allein nicht ausreichend, denn bestehende Allergene oberhalb bleiben.
Probiotische Bacillus-Stämme bauen Der-p1 enzymatisch ab. Bis 93 % Allergen-Reduktion in 2-4 Wochen.
Bettzeug bei 60 °C waschen. Schlafzimmer-Luftfeuchte unter 50 % halten, denn Milben brauchen 60-80 % zum Vermehren.
Nein. Akarizide töten lebende Milben, der Milbenkot bleibt. Allergen-Reduktion durch Akarizid: <30 %. Mit Reset: bis 93 %.
1× pro Woche zur Erhaltung. 2× pro Woche in Allergie-Hochphasen. Trocknungszeit mindestens 2 h.
Nein, ergänzt. Encasing stoppt Migration, Spray baut Bestand ab.
500 ml ≈ 3 Monate wöchentliche Anwendung pro Doppelmatratze.
Ja. Topper, Matratzenauflage, Boxspring-Polster, Bettkasten.