Der Verdacht allein reicht nicht. Eine Hausstauballergie wird ärztlich diagnostiziert, meist in drei Schritten: Anamnese (das Gespräch), Hauttest (Prick) und Blutwert (spezifisches IgE). Bei Bedarf folgt die molekulare Diagnostik, die einzelne Allergen-Komponenten wie Der p 1 aufschlüsselt. Diese Seite erklärt jeden Schritt, damit du gut vorbereitet zum Termin gehst.
Am Anfang steht das Gespräch. Der Arzt fragt nach dem Muster: Wann treten Symptome auf? Morgens? Ganzjährig? Beim Bettenmachen? Genau dieses Muster, beschrieben auf der Symptome-Seite, lenkt den Verdacht. Ein Symptom-Check vorab hilft, die eigenen Beobachtungen zu strukturieren.
Für das Gespräch lohnt sich Vorbereitung. Notiere vor dem Termin, wann die Beschwerden auftreten, ob sie sich im Urlaub bessern und ob Verwandte ebenfalls von Allergien betroffen sind. Wichtig ist auch die Medikamentenliste: Antihistaminika, bestimmte Antidepressiva und manche Cortison-Präparate können Testergebnisse verfälschen und müssen je nach Wirkstoff Tage bis Wochen vorher abgesetzt werden. Das entscheidet ausschließlich die behandelnde Praxis, nie in Eigenregie.
Bei Kindern läuft die Anamnese ähnlich ab, wird aber oft ergänzt durch Fragen zu Neurodermitis in der Vorgeschichte, da diese das Risiko für weitere Allergien erhöht. Auch Haustiere, Wohnsituation und die Häufigkeit von Erkältungssymptomen fließen in die Einschätzung ein, weil sich Milbenallergie und banale Infekte in den ersten Wochen ähneln können.
Der Standard-Test. Auf die Unterarm-Innenseite werden Tropfen verschiedener Allergenextrakte aufgebracht und die Haut darunter mit einer Lanzette minimal angeritzt. Nach 15-20 Minuten zeigt sich bei Sensibilisierung eine juckende Quaddel. Zum Vergleich laufen eine Positiv- (Histamin) und eine Negativ-Kontrolle (Kochsalz) mit.
Ein Pricktest ist unangenehm, aber selten schmerzhaft, eher ein kurzes Kratzen. In seltenen Fällen kommt es zu stärkeren lokalen Reaktionen oder, sehr selten, zu einer systemischen Reaktion. Deshalb wird der Test grundsätzlich in einer Praxis mit Notfallausrüstung durchgeführt, nicht zu Hause. Nach dem Test sollte mindestens 20 bis 30 Minuten Wartezeit vor Ort eingeplant werden, damit eine verzögerte Reaktion beobachtet werden kann. Wer aktuell eine akute Hautentzündung im Testbereich hat oder unter schwerem, unkontrolliertem Asthma leidet, bekommt häufig zunächst den Bluttest angeboten.
Ergänzend oder wenn ein Hauttest nicht möglich ist (z. B. bei Hauterkrankungen oder nicht absetzbaren Medikamenten), misst ein Bluttest die spezifischen IgE-Antikörper gegen Hausstaubmilbe (oft als RAST oder CAP/ImmunoCAP bezeichnet). Das Ergebnis wird in Klassen (CAP-Klasse 0-6) oder kU/l angegeben.
Der Bluttest hat gegenüber dem Pricktest einen praktischen Vorteil: Er lässt sich unabhängig von Medikamenten durchführen, weil Antihistaminika die IgE-Menge im Blut nicht beeinflussen. Der Nachteil ist die Wartezeit, das Labor braucht in der Regel einige Tage bis das Ergebnis vorliegt, während der Pricktest sofort ein Bild liefert. In der Praxis werden beide Verfahren häufig kombiniert, besonders wenn das Hautbild uneindeutig ausfällt oder der Verdacht auf mehrere Allergene gleichzeitig besteht.
Wenn Pricktest und Bluttest positiv sind, aber unklar bleibt, ob die Symptome tatsächlich von der Hausstaubmilbe stammen, kann ein Provokationstest folgen. Dabei wird das Allergen unter ärztlicher Aufsicht direkt auf die Nasenschleimhaut aufgebracht, seltener bronchial. Beobachtet werden Niesreiz, Sekretfluss und die Nasenatmung in den folgenden Minuten. Der Provokationstest gilt als aufwendigstes, aber auch aussagekräftigstes Verfahren, weil er die tatsächliche klinische Reaktion prüft statt nur die Sensibilisierung. Er kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Ergebnisse der anderen Tests nicht zum geschilderten Beschwerdebild passen oder wenn vor einer Hyposensibilisierung letzte Klarheit gebraucht wird.
Die feinste Auflösung. Statt „Hausstaubmilbe ja/nein" misst sie einzelne Allergen-Komponenten, etwa Der p 1, Der p 2 und Der p 23. Das ist wichtig, weil diese Komponenten unterschiedlich klinisch relevant sind und Kreuzreaktionen (z. B. mit Schalentieren über Tropomyosin/Der p 10) erklären. Vor einer geplanten Hyposensibilisierung hilft sie, die Therapie gezielt auszuwählen. Mehr zur Der-p-Allergenfamilie.
| Verfahren | Was es misst | Vorteil |
|---|---|---|
| Pricktest | Hautreaktion auf Extrakt | schnell, günstig, sofort |
| Spezifisches IgE | Antikörper im Blut | unabhängig von Medikamenten/Haut |
| Molekulare Diagnostik | einzelne Komponenten | Therapie-Auswahl, Kreuzreaktionen |
| Provokationstest | Reaktion der Schleimhaut | klärt klinische Relevanz |
Die Höhe eines Messwerts sagt wenig darüber aus, wie stark jemand im Alltag leidet. Eine kleine Quaddel beim Pricktest oder eine niedrige CAP-Klasse im Blut kann trotzdem mit spürbaren Beschwerden einhergehen, während ein hoher Wert manchmal kaum Symptome verursacht. Wichtiger als der einzelne Zahlenwert ist deshalb der Abgleich mit der Anamnese: Passt das zeitliche Muster der Beschwerden zum Testergebnis? Bessern sich die Symptome nachweislich bei Milbenkontakt-Vermeidung, etwa im Hotelzimmer im Urlaub? Diese Fragen entscheiden am Ende mehr über die Diagnose als der reine Laborwert.
Ein weiterer Punkt, der in der Beratung oft zu kurz kommt: Sensibilisierungen auf mehrere Allergene gleichzeitig sind häufig, etwa gegen Hausstaubmilbe und Pollen. Das erschwert die Zuordnung einzelner Symptome und ist ein Grund, warum die molekulare Diagnostik zunehmend eingesetzt wird, sie kann zwischen echter Sensibilisierung auf das Hauptallergen und einer bloßen Kreuzreaktion unterscheiden.
Steht die Diagnose, geht es um die Behandlung. Unabhängig von der gewählten Therapie ist die Allergen-Reduktion im Schlafzimmer die Basismaßnahme. Sie senkt die Der-p1-Last, der du täglich ausgesetzt bist.
Ein Baustein dafür ist der Allergen Spray p1 von Reset & more (29,99 €). Er wirkt enzymatisch und probiotisch, mit Bacillus-Stämmen und der Protease Subtilisin, und reduziert Der p1 laut Labortest um bis zu 93 Prozent. Das Produkt ist EDC-frei, GMO-frei und der Mikroorganismen-Klasse 1 zugeordnet, zusätzlich mit Dermatest „sehr gut" bewertet. Ein solches Spray ersetzt keine ärztliche Therapie, kann aber die tägliche Allergenmenge auf Matratze und Bettwäsche senken und damit die Basismaßnahme aus der Behandlung sinnvoll ergänzen.