Hinter der probiotischen Reinigung steht ein altbekannter, gut erforschter Bakterienstamm: Bacillus subtilis und seine Verwandten. Sie gehören zu den sichersten und bestuntersuchten Bakterien überhaupt. Und sie sind die Mikroorganismen, die nach dem Aufsprühen die Proteasen produzieren, die Allergene und Gerüche abbauen. Hier ihre Eigenschaften, ihre Sicherheit und ihre Wirkung.
Bacillus subtilis ist eines der am besten charakterisierten Bakterien der Wissenschaft und wird seit Jahrzehnten industriell genutzt. Die Sicherheit ist mehrfach abgesichert:
Nach dem Aufsprühen durchlaufen die Bacillus-Stämme vier Phasen: Verteilung, Aktivierung aus der Spore, Vermehrung und Biofilm-Bildung. In diesem Biofilm geben sie kontinuierlich Subtilisin ab, das das Eiweiß-Allergen Der-p1 in nicht mehr allergene Fragmente zerlegt. Den vollständigen 4-Phasen-Verlauf zeigt die Wirkungs-Seite.
Bacillus subtilis ist kein Laborprodukt im eigentlichen Sinn, sondern ein Bodenbakterium, das weltweit in Erde, auf Pflanzenoberflächen und im Verdauungstrakt vieler Tiere vorkommt. Diese Allgegenwärtigkeit in der Umwelt ist einer der Gründe, warum der Stamm in der Risikobewertung so gut abschneidet: Menschen kommen ohnehin ständig mit ihm in Kontakt, über Erde, über Pflanzen, über die Luft. Ein Sporenbildner, der seit jeher Teil der natürlichen Umgebung ist, unterscheidet sich grundlegend von gezielt gezüchteten oder gentechnisch veränderten Mikroorganismen, deren Verhalten außerhalb des Labors schwerer vorhersehbar wäre.
In der Lebensmittelindustrie wird der Stamm seit langem für die Enzymproduktion genutzt, etwa zur Herstellung von Amylasen und Proteasen, die in Backwaren, Waschmitteln und eben auch in probiotischen Reinigungsprodukten zum Einsatz kommen. Diese lange industrielle Nutzungsgeschichte bedeutet, dass die Handhabung, Fermentation und Qualitätskontrolle des Stamms gut etabliert sind, im Unterschied zu neu entdeckten oder exotischen Mikroorganismen.
Ein klassischer chemischer Reiniger wirkt einmalig beim Auftragen und verliert danach seine Wirkung. Bacillus-basierte Produkte funktionieren anders: Die Bakterien etablieren sich auf der Faser und produzieren über Tage bis Wochen kontinuierlich Enzyme, solange geeignete Bedingungen wie Restfeuchte und organisches Material vorhanden sind. Das erklärt, warum die Anwendung seltener wiederholt werden muss als bei einem Reiniger, der nur im Moment des Sprühens wirkt. Gleichzeitig bedeutet es auch, dass die Wirkung nicht sofort maximal ist, sondern sich über die ersten Tage nach der Anwendung aufbaut, während sich die Bakterienpopulation etabliert.
Da die Bakterien als Spore vorliegen, solange das Produkt in der Flasche ist, reagieren sie empfindlich auf extreme Temperaturen über längere Zeit, etwa dauerhafte pralle Sonne oder Frost. Für die Haltbarkeit von 24 Monaten ist eine Lagerung bei Zimmertemperatur, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung, die sinnvolle Grundlage. Nach dem Öffnen sollte die Flasche gut verschlossen aufbewahrt werden, damit die Sporen trocken und damit stabil bleiben, bis sie beim nächsten Aufsprühen auf der Faser aktiviert werden.